Heute, am 27. Februar, hat ein russisches Gericht den Menschenrechtler Oleg Orlov zu 2Jahren, 6 Monate Lagerhaft verurteilt. Oleg Orlov bekam noch im Gerichtssaal Handschellen angelegt. Er ist nicht mehr in Freiheit.

Das ist ein empörendes Urteil, das der Verfassung der Russischen Föderation widerspricht, die eigentlich Meinungsfreiheit garantiert. Niemand darf für seine Meinung verurteilt werden. Wir, Mitglieder und Freunde aus verschiedenen Ländern sind entrüstet und sind mit dem Urteil nicht einverstanden. Wir protestieren dagegen. Wir stehen hinter Oleg Orlov.

 

27. Februar 2024

Heute, am 27. Februar, wurde Oleg Orlov zu drei Jahren und sechs Monaten Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Er wurde noch im Gerichtssaal in Haft genommen.

Damit blieb das Gericht fünf Monate hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück.

 

 

Grund für seine Haft ist seine Kritik an der Regierung und insbesondere am Angriff auf die Ukraine bei mehreren Kundgebungen und in seinem Aufsatz: Sie wollten den Faschismus. Und sie haben ihn bekommen.

Oleg Orlov war u. a. Vorstandsmitglied von Memorial International und des Menschenrechtszentrums Memorial (beide in Russland zwangsliquidiert) und ist im Vorstand der Internationalen Vereinigung Memorial (Genf) sowie Co-Vorsitzender des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte Memorial.

 

27. Februar 2024

 

Heute fand eine weitere Gerichtsverhandlung gegen Oleg Orlov statt mit den Plädoyers und Orlovs Schlusswort.

Das Urteil wurde danach, anders als erwartet, noch nicht verkündet. Es soll morgen um 12 Uhr Moskauer Zeit (10 Uhr MEZ) bekanntgegeben werden.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten in einer Strafkolonie im gewöhnlichen Vollzug beantragt.

Zur Verhandlung waren mehr Personen gekommen, als im Gerichtssaal Platz fanden, die Orlov ihre Solidarität bekunden wollten. Darunter waren auch Vertreter zahlreicher ausländischer Botschaften.

In Berlin fand vor Verhandlungsbeginn erneut eine Kundgebung vor der Russischen Botschaft statt, organisiert von MEMORIAL Deutschland und der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).


Wir werden auch am 27. Februar um 9 Uhr wieder vor der Russischen Botschaft stehen! 

 

26. Februar 2024

Erklärung der Internationalen Vereinigung Memorial

Morgen wird im zweiten Prozess gegen unseren Kollegen Oleg Orlov das Urteil verkündet. Ihm droht eine Gefängnisstrafe allein dafür, dass er seine Meinung zum Ausdruck gebracht hat. In einer demokratischen Gesellschaft würde Orlov hingegen wegen seiner langjährigen Menschenrechtsarbeit hohen Respekt genießen. In Russland wird er verurteilt.

Eine Meinung ist kein Verbrechen. Hände weg von Oleg Orlov.


Foto: Andrew Rushailo-Arno 


25. Februar 2024

 

Valerija Kaminska war gezwungen, bei der Flucht aus Mariupol den über Russland zu nehmen  


Volodymyr Noskov, Denys Volocha

 

Valerija Kaminska, Geschäftsfrau aus Mariupol, floh im April aus der Stadt und gelangte durch die Russische Föderation und Länder der EU nach Lviv. Sie erzählt erschreckende Geschichten von Folter, von dem Leben unter Beschuss und erinnert sich an einen Dialog mit einem jungen Tschetschenen, bei dem dieser in Tränen ausbrach.

Seit über einem Jahr läuft inzwischen das Projekt "Stimmen des Krieges", das die Charkiver Menschenrechtsgruppe ins  Leben gerufen hat und mit Memorial-Verbänden anderer Länder, die  gemeinsam betreibt, die die Texte der Interviews und Berichte übersetzen und die Video-Interviews untertiteln.

 

 

Unter dem Stichwort "Stimmen des Krieges" sind die ins Deutsche übersetzten Interviews auf unserer Website zu finden, im Text unten ist jeweils der Link zum Video angegeben.

 Einen Trailer - kurze Ausschnitte aus einigen der Interviews - finden Sie hier.

 

24. Februar 2024

 

 

 

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