Priester Viktor Maryntschak aus Charkiv: „Ich habe mich nicht daran gewöhnt, dass in der Kirche vier Särge stehen“


Nach dem Beginn der Invasion hält Viktor Marynchak weiterhin in der Kirche des Apostel Johannes die Messe ab, obwohl er allen seinen Segen gegeben hat, die sich zur Evakuierung aus Charkiv entschlossen. Jetzt werden in der Kirche häufig Trauerfeiern für Soldaten abgehalten, was Pater Viktor zwingt, sich Fragen zu stellen, die schwer zu beantworten sind.

Denys Volocha

Pater Viktor ist in Charkiv ein legendärer Mann. Nachdem er seit 1968 am Institut für Russische Sprache gelehrt hatte, wurde er 1991 plötzlich Priester an der beinahe einzigen pro-ukrainischen Kirche in Charkiv, die dem Moskauer Patriarchat keine Ruhe ließ.

„Mit einer solchen Lawine von Verbrechen kann kein Strafverfolgungssystem auf der Welt fertig werden“

Anton Petscherskyj im Gespräch mit Jevhen Sacharov

 

 
Jevhen Sacharov, Direktor der Charkiver Menschenrechtsgruppe, Vorstandsvorsitzender der Ukrainischen Helsinki-Union für Menschenrechte. Foto: Viktor Dechtjar

Beginnen wir unser Gespräch über die heutige Arbeit der Charkiver Menschenrechtsgruppe (ChMG) mit der Vorgeschichte, mit den Aktionen, die dem kompletten Einmarsch der Russischen Föderation in der gesamten Ukraine vorausgingen – mit der beginnenden offenen Aggression Russlands gegen die Ukraine im Jahre 2014. Standen die Probleme, die durch die russische Aggression entstanden, schon damals im Fokus der ChMG, oder erst Ende Februar 2022?

Vitalij Bandruschkiv: Die zweite Flucht aus Mariupol

Vitaliy ist ein Bewohner des leidenden Mariupol, der gezwungen war, mit seiner Frau und seinem Kind in Drohobytsch Zuflucht zu suchen. Während der Vorbereitung dieses Interviews gelang es unserem Interviewpartner sich nicht nur dem Militär anzuschließen, sondern auch mit den Invasoren zu kämpfen.


Leonid Goldberg


Vitaliy, wie war Ihr Leben vor dem Krieg?

Ich bin Entwicklungsingenieur, aber die meiste Zeit habe ich als Dozent an der Staatlichen Technischen Universität des Rajon Pryasowskij gearbeitet.

Am 7. Verhandlungstag wurde – nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung (von Orlovs Anwältin und seinem öffentlichen Verteidiger Dmitrij Muratov) – das Urteil verkündet. Die Staatsanwaltschaft hatte, anders als vielfach befürchtet, keine Freiheitsstrafe, sondern eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Rubeln beantragt. Das Gericht blieb dahinter noch zurück und verhängte eine Geldstrafe von 150.000 Rubeln. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Orlov hat bereits erklärt, Berufung einlegen zu wollen.

Seit dem 8. Juni läuft der Prozess gegen Oleg Orlov, den Co-Vorsitzenden des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte Memorial (ein nicht eingetragener Verein, der die Arbeit des verbotenen Menschenrechtszentrums Memorial fortführt). Ihm wird die „Diskreditierung der Armee“ zur Last gelegt, vor allem wegen seines Artikels „Sie wollten den Faschismus. Und sie haben ihn bekommen“. Ihm drohen bis zu drei Jahre Freiheitsentzug.

Digest der russischen Anti-Kriegsproteste vom 30.07.2023 – 07.08.2023

 

Die Stadt spricht


Eine 21-jährige Bewohnerin der Stadt Krasnodar trug eine Tasche mit der Aufschrift „Sex is cool but putin's death ist better“. Sie erhielt eine Geldstrafe wegen „Diskreditierung der Armee“. In den Unterlagen des Verwaltungsverfahrens fanden sich auch Fotografien von Graffiti und eine Tasche mit der Aufschrift „Nein zum Krieg“ sowie die Aufnahme eines Stickers mit der Aufschrift „Frieden“.

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