Jurij Dmitriev und die russische Medien-Organisation OVD-Info wurden am 5. Mai mit dem Lew Kopelew Preis für 2020 ausgezeichnet. Den Preis für 2021 erhielten die belarusischen Protagonistinnen der Protestbewegung Svetlana Tichanovskaja, Maria Kolesnikova und Veronika Zepkalo.

Die Laudatio hielt der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet.

Die Preisverleihungen für beide Jahre wurden auf Grund der Pandemie zusammengelegt.

Eine öffentliche Veranstaltung war nicht möglich. Daher wurde die Zeremonie aufgezeichnet, sie wird im Laufe des Monats freigeschaltet.

Die Preisträger gehören zu Memorial oder sind eng mit der Organisation verbunden. OVD-Info (2011 gegründet von Grigorij Ochotin vom Menschenrechtszentrum Memorial und Daniil Beilinson) berichtet zeitnah von Menschenrechtsverletzungen insbesondere bei Festnahmen im Zusammenhang mit Kundgebungen, über die Situation politischer Gefangener und vieles mehr.
Zwei der Preisträger befinden sich zurzeit in Haft: Jurij Dmitriev (Leiter von Memorial Karelien) sowie Maria Kolesnikova (unsere Minsker Projektpartnerin bei einer Ausstellung zum Thema Zwangsarbeit). Gegen Dmitriev läuft das Revisionsverfahren in Petrosavodsk, zugleich erwartet er eine mögliche Wiederaufnahme des gesamten Verfahrens vor dem Obersten Gericht der Russischen Föderation. Maria Kolesnikova hat sich gegen eine Deportation ins Ausland zur Wehr gesetzt. Sie ist die einzige der belarusischen Preisträgerinnen, die sich noch in Belarus befindet, jedoch in Haft. Ihr steht ein Prozess wegen ihres Engagements in der Protestbewegung bevor.

5. Mai 2021

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