In der Nacht auf den 17. Januar wurde das Büro des Menschenrechtszentrums Memorial in Nasran (Inguschetien) in Brand gesteckt.

Die Videokamera hat aufgezeichnet, dass um 3.35 ein Auto anhielt, aus dem zwei maskierte Personen ausstiegen. Sie trugen einen Kanister. Auf einer Leiter kletterten sie zum Fenster des 1. Stockwerks, wo Memorial seinen Sitz hat. Dabei versuchten sie, die Videokamera zu zerstören. Danach verschwanden sie aus dem Blickfeld der Kamera. Offenbar haben sie das Fenster eingeschlagen und sind ins Gebäude eingedrungen, haben den Kanister entleert und dann Feuer gelegt. Das Aufzeichnungsgerät hat auch die Flucht festgehalten – die Unbekannten kletterten über dieselbe Leiter zurück mit dem leeren Kanister in Händen.

Drei Räume von insgesamt sechs wurden stark beschädigt. Die Feuerwehr war schnell zur Stelle und konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern. Verbrannt sind sowohl Dokumente als auch technische Ausrüstung.

Die Memorial-Vertretung in Inguschetien widmet sich ausschließich Menschenrechtsproblemen in Inguschetien, sie hat nichts mit Tschetschenien zu tun. Dennoch liegt für Memorial der Zusammenhang mit jenen Kräften, die die Arbeit des Menschenrechtszentrums Memorial in Tschetschenien unmöglich machen und die Organisation aus dem gesamten Nordkaukasus verdrängen wollen, auf der Hand: „Obwohl unsere Arbeit in Inguschetien nichts mit Tschetschenien zu tun hat, sehen wir einen Zusammenhang zwischen diesem Überfall und dem fabrizierten Strafverfahren gegen Ojub Titiev und der Verdrängung von Memorial aus Tschetschenien“, so Oleg Orlov gegenüber der Novaja gazeta.

17. Januar 2018
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