Am 11. Juli wurde in Petrosawodsk der Prozess gegen Jurij Dmitriev fortgesetzt. Er findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil es dabei u. a. um den Vorwurf der Pornografie geht. Freunde und Unterstützer Dmitrievs warteten vor dem Gerichtssaal und applaudierten, als er mit seiner Wachmannschaft – diesmal mit acht Personen (normalerweise sind es zwei) – vorbeikam, ungeachtet der ausdrücklichen Aufforderung, den Applaus zu unterlassen.

Bei der Verhandlung wurden weitere Experten aus Petersburg und Moskau angehört, die die Verteidigung geladen hatte (der erste war bereits bei der letzten Verhandlung am 22. Juni befragt worden). Sie alle äußerten sich kritisch zu dem Gutachten des „Zentrums für soziokulturelle Expertisen“ (das die Anklage gegen Dmitriev wegen angeblicher Pornografie unterstützt). Keiner von ihnen teilte die Bewertung des Zentrums. Den Medien detaillierte Auskünfte zu ihren Aussagen zu geben war ihnen untersagt, weil das Verfahren nicht öffentlich ist.

Der nächste Verhandlungstermin ist für den 1. August vorgesehen, das Urteil wird am 1. September erwartet.

Einen ausführlichen Artikel über Jurij Dmitriev finden Sie im Original (Russisch) hier, in deutscher Übersetzung (leicht gekürzt) hier.

15. Juli 2017
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