Anfang August nahm eine kleine Delegation von MEMORIAL Deutschland e.V. an der internationalen Gedenkreise zu den Solowjezki-Inseln im Weißen Meer teil. Hier wurde in den 1920er Jahren das erste sowjetische Konzentrationslager v.a. für Weißgardisten, sozialistische Oppositionelle, Intellektuelle und Geistliche eingerichtet. An der ersten Station, der Massenerschießungsstätte Sandarmoch nahe dem von Häftlingen gegrabenen Weißmeer-Ostsee-Kanal, kam es zu einem kleinen Eklat: die Organisatoren der Gedenkfeier hätten fast die Ansprache der großen ukrainischen Delegation "vergessen". Die Ukrainer kritisierten hier wie auch später am Stein auf der Hauptinsel die immer stärker werdende Re-Glorifizierung Stalins in Russland, aber auch in der Ukraine, wo in der Stadt Zaporizze wieder ein Stalin-Denkmal aufgestellt worden ist.
Wir deutsche Teilnehmer vertieften unsere Kontakte zu MEMORIAL St. Petersburg und lernten Vertreter von MEMORIAL Kiew sowie Hobbyhistoriker aus Norilsk kennen. In die nordsibirische Gegend waren 1939 die letzten überlebenen Solowjezki-Häftlinge deportiert worden, um Lager, Fabriken und Stadt aufzubauen. Es war eine eindrückliche Reise weit weg von der Waldbrandzone.


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