Den Opfern des Konflikts und ihren Familien eine Stimme geben, dies wollte Anna Politkowskaja mit ihrer Arbeit in Tschetschenien erreichen. In seiner Erklärung vom 07.10.2010 hat das Komitee daran erinnert und diesen Einsatz ausdrücklich gewürdigt. Der Mord an Politkowskaja habe dem russischen Volk eine „schwärende Wunde“ zugefügt. Denn nach wie vor seien weder die Mörder noch deren Auftraggeber vor Gericht gestellt und verurteilt worden erklärte das Komitee, das die Lage in Tschetschenien und insbesonders die Anti-Terror-Aktionen im Nördlichen Kaukasus beobachtet und darauf hinweist, dass die Praxis des gewaltsamen Verschwindens von Menschen, Folter und Mord nun auch auf das benachbarte Dagestan und Inguschetien ausgeweitet worden sei.
18 Journalisten seien seit 2000 in Russland im Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit ermordet worden. Russland bzw. der nördliche Kaukasus zählten zu den gefährlichsten Arbeitsstätten der Journalisten. Deren Informationsarbeit werde inzwischen vor allem von Menschenrechtlern übernommen. Dazu gehörte die am 15. Juli 2009 ermordete Natalja Estemirowa, eine Freundin von Anna Politkowskaja. Auch dieser Mord blieb bisher unaufgeklärt.
Das Komitee appelliert deshalb an die russische Regierung, die Lage im Nördlichen Kaukasus mit Vorrang zu behandeln und der dort herrschenden Straflosigkeit und Missachtung der Menschenrechte endlich ein Ende zu setzen.
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