Presserat rügt „gezielte Diskreditierung“ von MEMORIAL

Am 14. Oktober hat der Presserat der Klage der Internationalen Gesellschaft MEMORIAL rechtgegeben. MEMORIAL hatte Beschwerde eingelegt gegen die diskriminierende Berichterstattung des Senders "REN TV" über den von Memorial organisierten Schülerwettbewerb und die Vorfälle bei der Preisverleihung.

 

Der Festakt war von Hooligans, die der „NOD“ (Nationale Befreiungsbewegung) angehören, attackiert worden, Besucher und Jurymitglieder wurden mit grüner Desinfektionslösung besprüht und als „Faschisten“ und „Nationalverräter“ beschimpft.

 

REN TV hatte in einem Bericht darüber den Organisatoren des Geschichtswettbewerbs – MEMORIAL - unterstellt, den Kindern die Sicht zu vermitteln, dass Faschisten in der Sowjetunion „europäische Werte“ hätten einführen wollen.

 

Der Presserat kam nach einer detaillierten Überprüfung zum Schluss, dass die Reportagen des Nachrichtenprogramms des Fernsehkanals REN TV über die Vorgänge beim Geschichtswettbewerb keinen Journalismus darstellten, sondern reine Propaganda, die gezielt ein Feindbild konstruiere und den Organisator der Veranstaltung – die internationale Gesellschaft für historische Aufklärung, Soziales und Menschenrechte MEMORIAL - diskreditiere.

 

Die Anwältin, die MEMORIAL in diesem Verfahren vertritt, bezeichnete die Entscheidung als „ausgewogen, fundiert und gerecht“. Sie schloss nicht aus, dass MEMORIAL International gerichtlich eine Zurücknahme der strittigen Behauptungen fordern werde.

 

Arsenij Roginskij äußerte sich ebenfalls befriedigt: "In keinem einzigen der 18 Bände und in keiner der fast 40.000 Arbeiten, die wir seit Existenz des Wettbewerbs bekommen haben, ist auch nicht die geringste Spur solchen Gedankenguts enthalten, das uns Freizeit-Journalisten in den Mund gelegt haben."

 


15. November 2016