Agence France-Presse: Mehr als 4700 russische Soldaten starben 2002 in Tschetschenien

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Moskau, 17. Februar (AFP) - Bei Kämpfen in der Kaukasusrepublik
Tschetschenien sind nach Angaben der Nachrichtenagentur ITAR-TASS
allein im vergangenen Jahr 4739 russische Soldaten getötet worden.
Mehr als 13.000 seien 2002 verwundet worden, zitierte die russische
Agentur am Montag einen Militär. Die Zahl der Toten wäre damit etwa
dreimal so hoch wie offiziell angeben. Laut ITAR-TASS starben seit
1999 rund 15.000 Soldaten - ebenso viele wie in dem zehnjährigen
Afghanistankrieg. Das Verteidigungsministerium in Moskau
dementierte den Bericht umgehend. Seit dem Einmarsch der russischen
Truppen in die nach Unabhängigkeit strebende Republik im Oktober
1999 seien insgesamt gut 4500 Soldaten ums Leben gekommen, hieß es.
Die Zahl der getöteten tschetschenischen Kämpfer gibt der Kreml mit
15.000 an. Angaben zu getöteten Zivilisten liegen nicht vor.

Menschenrechtler bezweifeln die amtlichen Angaben. Das
Verteidigungsministerium veröffentliche nur die Zahl der im Kampf
gefallenen Soldaten, kritisierte Alexander Scherkasow von der
Organisation Memorial. Auch das Komitee der Soldatenmütter
bezeichnete die von ITAR-TASS verbreiteten Angaben als "völlig
plausibel". Ihren Schätzungen nach seien seit 1999 mehr als 11.000
russische Soldaten getötet worden, sagte Walentina Melnikowa.



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