MEMORIAL Deutschland e.V., Bürgerhilfe (Moskau) und Women for development (Grozny) in Kooperation mit dem Norwegian Helsinki Committee (Oslo) laden ein zur Konferenz:

 

„Zwischen Ankunft und Abschiebung. Tschetschenische Geflüchtete in Europa“

 

Ort: Berlin-Wedding, Paul-Gerhardt-Stift, Müllerstr. 56-58, 13349 Berlin

Zeit: 08.11.2018, 09.00 bis 21:00 Uhr

 

Welche Gründe veranlassen Tschetschen*innen bis heute zur Flucht nach Europa? Wie reagieren europäische Asylbehörden darauf? Und wie reagiert die tschetschenische Diaspora auf die europäische Asyl- und Migrationspolitik?

Zu diesen Fragen geben Expert*innen aus Deutschland, Österreich, Norwegen, Türkei, Russland, Polen und Belgien Auskunft. Sie diskutieren über die aktuelle soziale und rechtliche Situation tschetschenischer Geflüchteter und stellen sich den Fragen des Publikums.

 

Programm und Anmeldung finden Sie hier.

 

 

In der jüngsten Vergangenheit nehmen Berichte über islamistisch radikalisierte Tschetschenen in Deutschland und eine von ihnen ausgehende Bedrohung für die Gesellschaft zu. Dabei werden als Gründe für die Radikalisierung schnell gruppenspezifische Stereotypen und Klischees angeführt und tschetschenische Lebensart als unvereinbar mit europäischen Werten dargestellt. Die Projektpartner wollen diese verengte und diskriminierende Sichtweise aufbrechen und bringen dafür Vertreter/innen tschetschenischer Gruppen und Vereine aus Deutschland und Russland mit sozialen und politischen Akteur/innen  sowie Expert/innen beider Länder zu einem fachlichen Erfahrungsaustausch zusammen. Dazu werden Vertreter/innen von Frauenorganisatonen, LGBTIQ, Sportgruppen, Kunst und Kultur, haupt- und ehrenamtliche Unterstützer/innen aus der Flüchtlingshilfe, Soziolog/innen, Mediziner/innen, Jurist/innen, Politiker/innen, Polizist/innen, Imame, Lehrer/innen u.a. eingeladen. Die Konferenz findet im Herbst 2018 in Berlin statt. Sie dient dem fachlichen Austausch über Grenzen hinweg, der Vernetzung der Akteur/innen und der Verständigung über eine langfristige Zusammenarbeit der Beteiligten.

Ziel ist es, über Wissensvermittlung zu Geschichte und Gesellschaftssystem Tschetscheniens und der aktuellen Lage in der Tschetschenischen Republik eine Annäherung an die tschetschenische Diaspora in Deutschland und Russland herzustellen. In den Blick genommen werden zudem die psychosoziale Situation von Geflüchteten, Dynamiken des Migrationsprozesses und nicht zuletzt Hindernisse und Chancen des Ankommens in Deutschland und Russland.

Während der Konferenz wird es eine öffentliche Abendveranstaltung für alle Interessierten geben, auf der die Ergebnisse vorgestellt werden.

Die Projektpartner verfügen über eine ausgewiesene Expertise zu Tschetschenien und tschetschenischen Geflüchteten. Die Leiterin der in Moskau ansässigen Organsiation Migration und Recht, Svetlana Gannushkina, Trägerin des alternativen Nobelpreises 2016, arbeitet seit den 1990er Jahren mit Migrant/innen aus Tschetschenien u.a. Ländern. Ihre Expertise wird regelmäßig beim BAMF nachgefragt. Die Projektleiterin von MEMORIAL Deutschland, Dr. Marit Cremer, forscht seit fünfzehn Jahren zu tschetschenischen Geflüchteten in Deutschland und hat im Herbst ihre zweite Monographie zum Thema veröffentlicht (Angekommen und integriert? Bewältigungsstrategien im Migrationsprozess, Campus 2017). In ihrer täglichen Arbeit stoßen Gannushkina und Cremer auf eine große Nachfrage nach Kompetenzen zum Thema und dem wachsenden Wunsch nach Vernetzung der verschiedenen Akteur/innen.  Bisher ist die Zusammenarbeit unstrukturiert und aufgrund mangelnder Ressourcen nur sehr begrenzt möglich. Das Projekt soll die Grundlage für eine langfristige strukturierte Kooperation legen.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt Deutschland im Rahmen des Programms Östliche Partnerschaft und Russland gefördert.

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