Im Mittelpunkt der Präsentation, die MEMORIAL Deutschland am 6. Februar unter Mitwirkung der Vorstandsmitglieder des Permer Verbandes, Alexander Kalich und Robert Latypov, im Haus der Demokratie und Menschenrechte veranstaltete, stand die in der Region Perm besonders weit entwickelte Gedenkstättenkultur. Als weiterer Gast auf dem Podium war Peter Erler von der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen eingeladen, die Moderation übernahm Dr. Manfred Sapper von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde.
Mit Hilfe einer Bilddarstellung zeigten unsere russischen Gäste zunächst die seit 1996 bestehende Gedenkstätte Perm 36. Sie ist landesweit einzigartig und dokumentiert die Sonderstellung der Region auf diesem Gebiet. Sodann wurde das Projekt einer neuen Museumsgründung im ehemaligen NKVD-Gefängnis Nr. 2 des  Permer Gebiets vorgestellt. Diese als Aufklärungszentrum geplante Einrichtung war ursprünglich ein zaristisches Gefängnis und zuletzt Heimstatt eines Puppentheaters. Die Referenten betonten den positiven Beitrag von Freiwilligen und die Unterstützung durch die Stadt Perm.
Abschließend wurde - ebenfalls bildlich unterlegt - die Arbeit der Jugendorganisation eindrucksvoll dargestellt.
Peter Erler erläuterte die deutsche Gedenkkultur, die im Unterschied zu Russland primär gesellschaftlich-politisch getragen wird und mit finanzieller Unterstützung von staatlicher Seite kann.
Anlass, die  aktuelle politische Situation in Russland anzusprechen, waren die Erfahrungen bezüglich der Duma-Wahlen Anfang Dezember 2011. MEMORIAL Perm trat hier nicht als Organisation auf, die Mitglieder nahmen jedoch privat an Demonstrationen teil. Die Wahlergebnisse für die Region Perm zeigten auch hier die Sonderstellung der Region im Vergleich zum übrigen Russland – Putins Partei Einiges Russland erhielt lediglich 36%  Stimmen.
Die Moderation von Manfred Sapper beeindruckte durch Souveränität und Wissen. Die Veranstaltung war gut besucht, Fragen und Anregungen aus dem Publikum brachten  ein weiteres Mal die Sorgen und Hoffnungen bezüglich einer demokratischen Entwicklung westlichen Zuschnitts zum Ausdruck, die allen Anwesenden ein zentrales Anliegen blieb.
09.02.2012

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