Die Ideale der vergangenen Sowjetunion sind nicht in der "gelenkten" Demokratie der russischen Föderation untergegangen. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden die zaristischen Monumente zerstört. Die Ereignisse wiederholten sich in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1991. Die Zerstörung des Denkmals von Felix Dserschinski sollte eine neue Epoche einläuten. Der korrupte und skrupellose KGB - Apparat sollte dem Drang nach Freiheit und Gerechtigkeit weichen. Während der Putin-Ära blühen alte Werte wieder neu auf: die Rückkehr der alten sowjetischen Hymne ist mehr als bloße Nostalgie, die Verteilung der Macht in einer "gelenkten" Demokratie nimmt Züge autoritärer Staatslenkung an. Der Kampf mit den Denkmälern und den Gebäuden war nur ein Teil der Erziehung des "Neuen Menschen". Die notwendige Führung fiel anfangs auf Jelzin. Aber schon bald rief die Figur dieses labilen Führers Befremden und Spott hervor. Wladimir Putin verkörpert das Bild eines tatkräftigen, sportlichen und entschlossenen Menschen. Seine Popularität ist bis heute ungewöhnlich hoch, da viele in seiner Person die Chance sehen, dauerhaft Ordnung und Sicherheit zu etablieren.

Die Ausstellung thematisiert die Zeitspanne von der sozialistischen Sowjetunion über die Zeit des drohenden Chaos anfangs der 90er bis zum Russland Ende des 20. Jahrhunderts. Ein Vergleich der politischen Epochen wird angestrebt. Die Zeittafeln versuchen folgende Frage zu beantworten: Wie weit ist Russland unter einer "gelenkten Demokratie" noch von der politischen Struktur einer ehemaligen Sowjetunion entfernt?

Die Ausstellung ist in der Humboldt-Universität zu Berlin, am Bebelplatz 1 (Kommode) bis 12. Februar zusehen. Danach wandert sie ins Rathaus nach Halle(Saale). Dort ist die Ausstellung bis zum 13. März zu besichtigen.

7.1.2005
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