Gefangene bei Stalin und Hitler

Nach den Gedenkveranstaltungen am 3.11.2009 in Zusammenarbeit mit der Münchner VHS und einer weiteren Veranstaltung am 5.11. im Robert Havemann-Saal in Berlin unter Mitwirkung von Prof. Dr. Sigrid Jacobeit veranstaltete die Münchner Gruppe von MEMORIAL Deutschland am 24.1.2010 einen weiteren Abend im Gedenken an eine der wichtigsten Zeitzeuginnen der Geschichte der totalitären Regime des 20. Jahrhunderts: Margarete Buber-Neumann (1901-1989) aus Anlass ihres 20. Todestags.Unser Mitglied Bettina Nir-Vered gab einen Überblick über die Biografie der ehemaligen Kommunistin, deren zweiter Lebensgefährte Heinz Neumann 1937 im Moskauer Exil erschossen wurde und die selbst ins Lager Karaganda deportiert wurde, bevor sie 1940 von der Sowjetunion nach Nazi-Deutschland ausgeliefert wurde und bis 1945 im Frauen-KZ Ravensbrück inhaftiert war.
1949 bezeugte sie beim Pariser Kravchenko-Prozess glaubhaft die Existenz sowjetischer Lager und trug so maßgeblich dazu bei, dass Kravchenko den Prozess gewann. Dazu wurde auf unserer Veranstaltung ein kurzer Filmausschnitt gezeigt. Julia Cortis, Sprecherin des Bayerischen Rundfunks, las einfühlsam und ausdrucksstark aus Buber-Neumanns autobiografischen Büchern "Von Potsdam nach Moskau" und "Als Gefangene bei Stalin und Hitler". Dr. Jürgen Zarusky vom Münchner Institut für Zeitgeschichte ergänzte prägnant den historischen Hintergrund der 1920-40er Jahre.
Die Veranstaltung fand in der Seidl-Villa in München-Schwabing einen Raum, der des zum Nachdenken anregenden Themas würdig war. Im Anschluss ergaben sich interessante Gespräche über Täuschung und Selbsttäuschung der Kommunisten/innen im 20. Jahrhundert und über die Opfer beider Diktaturen.

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