Ein Bericht von Vera Ammer

Auch in diesem Jahr war die Internationale Gesellschaft Memorial, unter Beteiligung und Unterstützung von MEMORIAL Deutschland und von MEMORIAL Italia, wieder mit einem Stand vertreten.
Im Rahmen der Buchmesse fanden innerhalb wie außerhalb des Messegeländes zahlreiche (insgesamt fünf) Veranstaltungen statt, meist in Kooperation mit anderen Organisationen, so mit Amnesty International, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde und ROSSPEN (Verlag Russ. Politische Enzyklopädie). Schwerpunkte waren einerseits Probleme der Aufarbeitung des Stalinismus und andererseits die aktuelle Situation, insbesondere die jüngste Entwicklung, die durch eine Reihe politischer Morde gekennzeichnet ist, unter anderem durch den an der MEMORIAL-Mitarbeiterin Natalja Estemirowa in Grosnyj. Immer wieder wurde betont, wie sehr diese auf den ersten Blick nicht zusammenhängenden Themen eben doch miteinander verknüpft sind: Die abnehmende Bereitschaft einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geht einher mit zunehmenden Menschenrechtsverletzungen in der Gegenwart und einer immer bedrohlicheren Situation für Einzelpersonen, die sich als Journalisten, Mitarbeiter von NGOs oder sonst wie exponieren. Vorgestellt wurden auf den Veranstaltungen – dieser Thematik entsprechend – zwei kürzlich herausgebrachte Broschüren, eine zum Gedenken an Natalja Estemirowa und eine weitere unter dem Titel „20 Jahre MEMORIAL – Aufarbeitung der Vergangenheit“, die eine Reihe von Erklärungen der Gesellschaft Memorial aus den letzten beiden Jahren sowie die Laudatio von Karl Schlögel für MEMORIAL zur Verleihung des Hermann-Kesten-Preises enthält.
Außerdem wurde das Projekt „100 Bände zum Stalinismus“ – eine Reihe von historischen Werken zu diesem Thema, teils ins Russische übersetzt, teils Original, vorgestellt, das vom Verlagshaus ROSSPEN betrieben wirdHöhepunkt am Stand war der Besuch der diesjährigen Nobelpreisträgerin für Literatur Herta Müller. Sie ließ sich über die Arbeit – und vor allem über die derzeitigen Arbeitsbedingungen - von MEMORIAL informieren und bekundete ihre Unterstützung für die Anliegen von MEMORIAL.
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