Am 3. Januar ist Michail Rogatschov, langjähriges Vorstandsmitglied von Memorial International, in Petersburg an Covid-19 verstorben.

1952 wurde Michail Rogatschov in Riga geboren. Er studierte Geschichte an der Leningrader Staatsuniversität und wurde 1975 in die Republik Komi geschickt, wo er als Lehrer und Wissenschaftler arbeitete. Er unterrichtete zunächst in Tuisekres (Kreis Ust-Wym), später wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Ethnographie-Abteilung des Instituts für Sprache, Literatur und Geschichte in Komi und publizierte im In- und Ausland. Ab 1992 unterrichtete er Geschichte an einem an die Universität Syktyvkar angebundenen Lyzeum.

 

Foto: Maxim Poljakov, 7x7

 

Seit 1989 war Rogatschov bei Memorial aktiv, sieben Jahre lang war er Vorsitzender des Verbandes in Syktyvkar. Seit 2000 leitete er die Stiftung „Pokajanie“ (Reue) für Opfer politischer Verfolgungen und gab die Reihe von Gedenkbüchern heraus, die unter diesem Titel erschienen.

Immer wieder unterstützte er Memorial Deutschland bei Anfragen, nicht selten mit teilweise umfangreichen Recherchen in Archiven, um Schicksale von Angehörigen aufzuklären, nach denen in Deutschland oder Österreich gesucht wurde.

 

Am 11. Januar, dem neunten Tag nach seinem Tod, fand in Syktyvkar eine Gedenkveranstaltung statt, an der man auch online teilnehmen konnte und die hier abzurufen ist (zum 11. Januar scrollen).

 

13. Januar 2020

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