Erklärung der Internationalen Gesellschaft Memorial

Am 7. September wurde Maria Kalesnikawa, die Führerin der belarussischen Protestbewegung, Mitglied des Koordinationsrats der Opposition, unsere Kollegin, Partnerin, Freundin – von „Unbekannten“ entführt. Wir haben keinerlei Zweifel daran, dass es sich dabei um Mitarbeiter der Machtstrukturen der Republik Belarus handelte.

Es heißt, die Entführer hätten am 8. September versucht, Maria Kalesnikava gewaltsam außer Landes zu bringen. Maria habe jedoch ihre Ausschaffung verhindern können, indem sie ihren Pass vernichtete. Danach wurde sie irgendwohin weggebracht, im Augenblick ist nicht bekannt, wo sie sich aufhält.

Wir rufen die russische Regierung, die russische und internationale Öffentlichkeit, die politischen Führer Europas und der gesamten Welt dazu auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, damit Maria Kalesnikava sich noch heute wieder in Sicherheit befinden wird, in Minsk, in Freiheit.

Die gesamte Verantwortung für das Leben, die Sicherheit und Gesundheit von Maria Kalesnikava liegt nicht nur unmittelbar bei ihren Entführern, sondern in erster Linie bei demjenigen, der sich als Präsident von Belarus bezeichnet – bei Aleksandr Lukaschenka.

Der Vorstand von Memorial International

8. September 2020

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