Am frühen Morgen des 7. Dezember führten russische Sicherheitskräfte in Moskau eine Spezialaktion gegen den „islamistischen Extremismus“ durch. Betroffen war auch die Familie des in Zentralasien geborenen Aziz, der inzwischen die russische Staatsangehörigkeit erworben hat. Als etwa 20 Sicherheitsbeamte in die Wohnung der Familie eindrangen, verständigte Aziz den MEMORIAL-Mitarbeiter Bachram Chamrojew und bat ihn um Hilfe. Chamrojew, der im Menschenrechtszentrum von MEMORIAL  beschäftigt ist, informierte seinerseits die Presse und fuhr zum Wohnsitz von Aziz, wurde dort jedoch bereits am Betreten des Gebäudes durch Uniformierte gehindert, obgleich er sich als MEMORIAL- Mitarbeiter ausweisen konnte. Er wurde anschließend durch einen Unbekannten in Zivil (möglicherweise ein Angehöriger der Miliz) brutal bewusstlos geschlagen und musste notärztlich versorgt werden.
MEMORIAL hat in den vergangenen Monaten immer wieder die massiven Menschenrechtsverletzungen durch die Sicherheitskräfte bei ihrem Vorsehen gegen den sog. islamistischen Extremismus kritisiert. Die Organisation geht davon aus, dass die Attacke auf einen ihrer Mitarbeiter  im Zusammenhang mit dieser Kritik steht und fordert die unverzügliche Aufklärung aller Umstände nicht nur dieses Einsatzes, sondern des gesamten Vorgehens der Sicherheitskräfte im Rahmen ihrer Spezialoperationen in der russischen Hauptstadt.
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